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Die optimale Raumtemperatur in Wohnzimmer, Schlafzimmer und Büro

Die optimale Raumtemperatur in Wohnzimmer, Schlafzimmer und Büro

Während die einen bei 20 °C frieren, empfinden andere dieselbe Temperatur als vollkommen angenehm. Doch auch wenn individuelle Faktoren wie Alter, Aktivität und Geschlecht beim Temperaturempfinden eine Rolle spielen, gibt es sie durchaus: Die ideale Raumtemperatur. Dabei handelt es sich um Richtwerte, die die optimale Schnittmenge aus niedrigen Heizkosten, Erhaltung der Gesundheit und Vorbeugung gegen Schimmel bilden.

 

Die optimale Raumtemperatur je nach Raum

Bei wie viel Grad die optimale Zimmertemperatur liegt, variiert je nach Raum und dessen Nutzung. Im Wohnzimmer und anderen Aufenthaltsräumen empfiehlt sich eine Temperatur zwischen 20 und 22 °C. Gleiches gilt im Büro oder im Home Office.

Nachts im Schlafzimmer hingegen fördern vergleichsweise niedrige Temperaturen zwischen 16 und 18 °C einen erholsamen Schlaf und sorgen dafür, dass die Schleimhäute nicht austrocknen. 

In der Küche finden zumeist körperliche Aktivitäten wie Backen, Kochen oder Spülen statt. Das führt dazu, dass hier Zimmertemperaturen von 18 bis 20 °C vollkommen ausreichend sind. Hinzu kommt, dass Elektrogeräte wie der Herd und Backofen Wärme an die Umgebung abgeben. Dadurch lassen sich diese Temperaturen oft mit deutlich geringerer Heizleistung erreichen. 

In selten genutzten Räumen wie dem Treppenhaus, dem Flur oder der Abstellkammer sind Temperaturen von 15 °C meist vollkommen ausreichend.

 

Raum Empfohlene Raumtemperatur
Wohnzimmer (tagsüber) 20 bis 22 °C
Kinderzimmer (tagsüber) 20 bis 22 °C
Arbeitszimmer, Büro (tagsüber) 20 bis 22 °C
Küche (tagsüber) 18 bis 20 °C
Badezimmer (tagsüber) 22 bis 24 °C
Schlafzimmer (nachts) 16 bis 18 °C
Flur, Abstellräume 15 °C
Keller (als Lagerraum genutzt) 10 bis 15 °C

Individuelle Faktoren berücksichtigen

Bei den genannten Gradzahlen handelt es sich um Richtwerte. Abhängig von individuellen Voraussetzungen wie dem Gesundheitszustand, dem Alter oder der Kleidung kann die optimale Raumtemperatur variieren. Besondere Aufmerksamkeit ist bei bestimmten Personengruppen geboten:

  • Neugeborene: Babys können ihre Körpertemperatur noch nicht selbst regulieren. Für sie ist die richtige Raumtemperatur deshalb besonders wichtig. Hier werden Raumtemperaturen zwischen 16 und 18 °C zum Schlafen empfohlen und tagsüber je nach Kleidung zwischen 18 und 21 °C.
  • Ältere Menschen: Im Alter lässt die Fähigkeit zur Wärmeregulierung nach und Menschen frieren oft schneller. Für Gemeinschaftsräume in Pflegeheimen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie eine Raumtemperatur zwischen 22 und 24 °C und in Schlafzimmern mindestens 20 °C.

Die richtige Raumtemperatur einstellen

Die optimale Raumtemperatur variiert also je nach Raum. Einstellen lässt sich die gewünschte Zieltemperatur raumweise über das Heizkörperthermostat. Wohl jeder kennt den typischen Drehkopf mit 5 Stufen. Was viele jedoch nicht wissen: Dabei handelt es sich nicht um willkürliche Stufen, sondern jede der Zahlen von 1 bis 5 steht für eine bestimmte Solltemperatur:

Stufe (Thermostat) Solltemperatur
1 12 °C
2 16 °C
3 20 °C
4 24 °C
5 28 °C

Wird diese Solltemperatur erreicht, schließt das Thermostatventil und es fließt kein Heizungswasser mehr durch den Heizkörper. Über den Thermostatkopf lässt sich die gewünschte Zieltemperatur somit recht präzise einstellen. Wichtig jedoch: Die Temperaturen sind nicht genormt. Es handelt sich um Richtwerte, die je nach Gebäudeart, Größe des Raums, Einstellung der Heizkurve und Standort des Heizkörpers variieren können.

Die Raumtemperatur richtig messen

Um herauszufinden, welche Zimmertemperatur tatsächlich erreicht wird, empfiehlt es sich, diese regelmäßig zu messen. Am zuverlässigsten sind separate Raumthermometer oder Raumklima-Sensoren, idealerweise in Kombination mit einer Luftfeuchtigkeitsanzeige. Diese kosten oft nicht mehr als 30 Euro und sind somit eine sinnvolle Investition.

Messfehler entstehen dabei weniger durch das Gerät, sondern vielmehr durch einen falschen Messort. Das Thermometer sollte in etwa 1 bis 1,5 Metern Höhe und möglichst in der Raummitte platziert werden. Es sollte sich nicht in der Nähe des Heizkörpers, der Außenwand oder dem Fenster befinden, da so die Temperatur verfälscht wird. 

Vorsicht ist geboten vor Apps, die versprechen, die Raumtemperatur allein über das Smartphone zu messen. So haben Handys in der Regel keinen echten Sensor zur Messung der Umgebungstemperatur eingebaut. Die internen Sensoren messen lediglich die Gerätetemperatur. Um sich die Raumtemperatur in einer App anzeigen zu lassen, ist deshalb ein weiterer separater Sensor erforderlich.

 

1 °C weniger spart 6 Prozent Heizkosten

Die Raumtemperatur ist einer der größten Stellhebel, um Heizkosten zu sparen – und zugleich einer der einfachsten. So verringert das Absenken der Zimmertemperatur um gerade einmal 1 °C den Energieverbrauch der Heizung um ganze 6 Prozent. Damit sparen Eigentümer nicht nur Kosten, sondern verringern auch ihren CO2-Ausstoß. Aus finanziellen und umwelttechnischen Gründen kann es also durchaus sinnvoll sein, den warmen Wollpullover überzuziehen statt die Heizung eine Stufe hochzudrehen. 

 

Energiekosten sparen: Zimmertemperatur über Nacht absenken

Die oben genannten Richtwerte für Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad und Büro beziehen sich auf die Nutzung am Tag. Da die Räume nachts üblicherweise nicht genutzt werden, kann es sinnvoll sein, die Temperatur abzusenken. So lassen sich Heizkosten sparen und die Umwelt schonen. 

Viele Heizungen verfügen über eine Nachtabsenkung und reduzieren die Raumtemperatur nachts automatisch. Die Absenkung sollte jedoch nicht mehr als 2 bis 4 °C betragen. Andernfalls kühlen die Räume zu stark aus und das Wiederaufheizen benötigt mehr Energie als die Nachtabsenkung eingespart hat. 

In gut gedämmten Neubauten macht eine Nachtabsenkung meist keinen Sinn, da die Gebäudehülle die Wärme lange speichert. Gleiches gilt für Häuser mit Wärmepumpen, wobei letztere vor allem im gleichmäßigen Dauerbetrieb effizient arbeiten. In Altbauten mit Öl- und Gasheizungen hingegen lassen sich durch die Absenkung der Raumtemperatur über Nacht bis zu 12 Prozent Heizkosten sparen.

 

Raumklima ist entscheidend

Die Zimmertemperatur allein ist nur ein Faktor, der das Wohlbefinden und eine gesunde Atmosphäre in Räumen beeinflusst. Entscheidend ist das Raumklima, also das Zusammenspiel aus Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftbewegung und Wärmestrahlung. Sinkt die relative Luftfeuchtigkeit beispielsweise dauerhaft unter 40 Prozent, führt das zum Austrocknen der Schleimhäute. Außerdem kommt es zur Bildung von Schimmel. Neben dem Einhalten der optimalen Raumtemperatur ist deshalb auch richtiges und regelmäßiges Lüften entscheidend.

Gibt es eine gesetzlich vorgeschriebene Raumtemperatur?

Es gibt kein Gesetz, das konkrete Raumtemperaturen für Wohngebäude vorschreibt. Basierend auf vergangener Rechtsprechung jedoch haben sich bestimmte Mindest- und Richtwerte etabliert. 

Im Mietrecht heißt es beispielsweise, dass eine Wohnung „zum vertragsgemäßen Gebrauch geeignet“ sein muss. In Gerichtsverfahren wurden tagsüber Temperaturen von 20 bis 22 °C und nachts eine Mindesttemperatur von 18 °C gerichtlich anerkannt. Werden diese Temperaturen dauerhaft nicht erreicht, kann dies als Mietmangel gelten. 

Für Arbeitsplätze gibt es deutlich konkretere Vorgaben. Demnach müssen Büroräume eine Mindesttemperatur von 20 °C aufweisen. Bei stehenden und gehenden Tätigkeiten gilt eine Raumtemperatur von mindestens 19 °C.

 

 

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