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Anlagenmechaniker Weiterbildung: Möglichkeiten im Überblick

Anlagenmechaniker Weiterbildung: Möglichkeiten im Überblick

Sei es, um die nächste Gehaltsstufe zu erreichen, vorhandenes Wissen aufzufrischen oder einfach nur der Wunsch nach einer neuen beruflichen Herausforderung – die Gründe für eine Weiterbildung sind vielfältig. Gerade als Anlagenmechaniker bieten sich hier eine ganze Reihe an Möglichkeiten. Eine davon besteht in der fachlichen Spezialisierung, beispielsweise auf Wärmepumpen und Kältetechnik. Eine weitere Möglichkeit besteht in einem formalen Berufsabschluss als Meister oder staatlich geprüfter Techniker. Einen Überblick über die wichtigsten Bildungsangebote in der SHK-Branche geben wir im Folgenden.

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Arten von SHK-Weiterbildungen

Im SHK-Bereich lassen sich verschiedene Arten von Bildungsangeboten unterscheiden. Welches davon das passende ist, hängt vor allem von der Motivation ab:

  • Formale Abschlüsse: Motivation ist hier vor allem der berufliche Aufstieg oder der Weg in die Selbstständigkeit. Am Ende der Weiterbildung steht ein staatlich anerkannter Berufsabschluss als Meister, Fachwirt oder staatlich geprüfter Techniker. 
  • Spezialisierung: Entsprechende Weiterbildungen enden oft mit einem Sachkundenachweis oder einer Zertifizierung. Ziel ist die Spezialisierung auf einen bestimmten Teilbereich der SHK-Branche wie Kälte- und Klimatechnik, erneuerbare Energien oder das Einhalten von neuen gesetzlichen Vorgaben und Normen. 
  • Kaufmännische Weiterbildung: Darunter fallen fachliche Weiterbildungen, die über die handwerklichen Kerntätigkeiten als Anlagenmechaniker hinausgehen. Typische Beispiele sind Weiterbildungen in den Bereichen Betriebswirtschaft, Kalkulation, Projektleitung und Arbeitssicherheit.

Die folgenden Abschnitte stellen die wichtigsten Bildungsmöglichkeiten in den jeweiligen Bereichen vor.

Kälteschein

Der Kälteschein ist ein europaweit vorgeschriebener Sachkundenachweis für Fachkräfte, die an Anlagen mit natürlichen Kältemitteln und F-Gasen arbeiten. Dazu zählen neben Kälte- und Klimaanlagen auch Wärmepumpen. Letztere haben sich über die letzten Jahre als vorherrschende Heizungsart in Neubauten durchgesetzt. So befindet sich heute in mehr als jedem zweiten Neubau eine Wärmepumpe. Der Kälteschein bildet somit die Zugangsvoraussetzung für einen lukrativen Zukunftsmarkt. 

Der Kälteschein lässt sich in sechs Zertifikatstypen unterteilen: A1, A2, B, C, D und E. Das Zertifikat A1 entspricht der höchsten Qualifikationsstufe und wird deshalb auch als großer Kälteschein bezeichnet. Die verschiedenen Zertifikatstypen befähigen Inhaber dazu, Arbeiten in verschiedenen Umfängen und an Anlagen mit unterschiedlichen Kältemitteln durchzuführen. Welches Zertifikat das passende ist, hängt demnach vor allem vom Stellenprofil ab. 

Erwerben lässt sich der Kälteschein im Rahmen einer Weiterbildung mit abschließender Prüfung. Schulungsanbieter ist neben der DEKRA und dem TÜV auch unsere ELCO Wärmepumpen-Akademie. Eine Besonderheit unserer Fortbildung ist dabei der fachliche Fokus auf Wärmepumpen. Die Schulung umfasst eine Dauer von 1 bis 2 Wochen im Präsenzunterricht und kostet je nach Zertifikat und Umfang zwischen 1.000 und 4.000 Euro.

VDI 4645 Weiterbildung

Geht es um die Spezialisierung auf Wärmepumpen, stellt neben dem Kälteschein der VDI-4645-Sachkundenachweis eine der wichtigsten Weiterbildungen für Anlagenmechaniker dar. Die VDI-4645-Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure bildet den Branchenstandard für die Planung und Installation von Wärmepumpen. So gilt die Richtlinie als Maßstab für den Erhalt der BEG-Förderung oder als Bemessungsgrundlage in Versicherungsfällen. 

Dabei unterscheidet der VDI-4645-Sachkundenachweis zwischen den drei verschiedenen Qualifikationen E (Errichter), P (Planer) und PE (Planer und Errichter). Die Kategorie E richtet sich vor allem an ausführende Fachkräfte wie SHK-Monteure und Elektrotechniker, die Wärmepumpen installieren. Die Kategorie P legt den Schwerpunkt auf die Planung von Wärmepumpen und adressiert Ingenieure, Energieberater und TGA-Planer. Eine Weiterbildung mit dem Ziel eines VDI-4645-Sachkundenachweises der Kategorie PE vereint beide Aspekte. Zielgruppe hier sind Anlagenmechaniker mit Gesamtverantwortung wie SHK-Meister sowie Projekt- und Bauleiter. 

Der VDI-4645-Sachkundenachweis lässt sich im Rahmen einer zwei- bis dreitägigen Weiterbildung erwerben. Am Ende steht eine Prüfung beim BWP (Bundesverband Wärmepumpen e.V.). Die Prüfung findet online statt und umfasst rund 40 bis 45 Multiple-Choice-Fragen. Die Kosten liegen zwischen 600 und 800 Euro. Gerne informieren wir Sie über entsprechende Schulungsangebote in unseren deutschlandweiten Schulungszentren. 

TRGI Sachkunde

Die Technische Regeln für Gasinstallationen (TRGI) sind das zentrale technische Regelwerk für Planung, Errichtung, Änderung und Instandhaltung von Gasinstallationen in Deutschland. Auch wenn Neubauten zunehmend auf Wärmepumpen setzen, ist im Gebäudebestand nach wie vor die Gasheizung die meistgenutzte Heizungsart.

Der Erwerb des TRGI-Sachkundenachweises bescheinigt Anlagenmechanikern die Fähigkeit, Gasinstallationen sachgerecht zu planen, zu installieren und zu warten. In der Regel ist er Voraussetzung für die Eintragung beim Netzbetreiber. Erwerben lässt sich der Qualifikationsnachweis im Rahmen einer meist ein bis dreitägigen Weiterbildung bei der Handwerkskammer. Die Kosten belaufen sich auf 500 bis 1.000 Euro.

Trinkwasserhygiene nach VDI 6023

Die Richtlinie VDI 6023 stellt sicher, dass Trinkwasser bis zur letzten Entnahmestelle hygienisch einwandfrei bleibt. Fehlerhafte Installationen von Trinkwasseranlagen können ganz erhebliche Mängel nach sich ziehen – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesundheitlich von Legionellen bis hin zur Verkeimung. 

Die VDI-6023-Richtlinie definiert Anforderungen an die Planung, die Errichtung, den Betrieb und die Wartung von Trinkwasserinstallationen. Sie gilt als Branchenstandard, wenn es um die Vergabe entsprechender Aufträge geht. Darüber hinaus gilt sie als Grundlage für Haftungs- und Versicherungsfragen.  

Den VDI-6023-Sachkundenachweis erwerben Anlagenmechaniker im Rahmen einer speziellen Weiterbildung, die beispielsweise der TÜV anbietet. Dabei unterteilen sich die Schulungsinhalte und der damit verbundene Abschluss in verschiedene Kategorien. Für Anlagenmechaniker ist vor allem die Kategorie B relevant. Sie richtet sich an ausführendes Personal mit Fokus auf die Installation und Wartung von Trinkwasseranlagen. Die Kategorie A umfasst alle Schulungsinhalte der Kategorie B und darüber hinausgehend Aspekte der Planung, technische Regelwerke und rechtliche Vorschriften. Typische Zielgruppe sind planende und überwachende Berufsgruppen wie SHK-Meister, Techniker und Ingenieure. 

Die Dauer der Weiterbildung umfasst je nach Kategorie ein bis zwei Tage Online- oder Präsenzunterricht, wobei die Kosten zwischen 600 und 1.200 Euro liegen.

Formale Bildungsabschlüsse

Bei den zuvor genannten Weiterbildungen für Anlagenmechaniker handelt es sich um Qualifikationsnachweise in bestimmten Fachbereichen. Ein weiteres Bildungsangebot besteht in formalen Bildungsabschlüssen, die auf dem Gesellenbrief der SHK Ausbildung aufbauen. Diese sind deutlich umfangreicher und führen zu einem neuen staatlich anerkannten Berufsabschluss. 

SHK-Meister

Klassisches Beispiel für einen formalen Bildungsabschluss ist der Installateur- und Heizungsbauermeister. Der Meisterbrief berechtigt Anlagenmechaniker dazu, einen Betrieb zu gründen, Gesellen ausbilden und zur Eintragung in die Handwerksrolle. Letztere ist Grundvoraussetzung für das Ausüben eines zulassungspflichtigen Handwerks.  

Der Installateur- und Heizungsbauermeister besteht aus vier Teilen: Fachpraxis, Fachtheorie, Betriebswirtschaft und Recht sowie der Ausbildereignungsprüfung (AEVO). Die Weiterbildung dauert, je nachdem, ob sie in Vollzeit oder berufsbegleitend absolviert wird, etwa ein bis zwei Jahre und endet mit einer staatlich anerkannten Meisterprüfung vor der Handwerkskammer.

Staatlich geprüfter Techniker

Der staatlich geprüfte Techniker ist eine staatlich anerkannte Aufstiegsfortbildung, die in der Regel zwei Jahre in Vollzeit oder drei bis vier Jahre berufsbegleitend dauert. Im SHK-Bereich erfolgt die Spezialisierung meist in Fachrichtungen wie Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik oder Versorgungstechnik. Techniker übernehmen häufig Aufgaben als Projektleiter, Planer in TGA-Büros, Bauleiter oder technische Führungskräfte im SHK-Betrieb.

Studium

SHK-Anlagenmechaniker mit Gesellenbrief sind unter bestimmten Voraussetzungen dazu qualifiziert, ein Bachelorstudium an einer Hochschule oder Fachhochschule aufzunehmen, auch ohne klassisches Abitur. So gilt in vielen Bundesländern eine abgeschlossene Berufsausbildung in Kombination mit mehrjähriger Berufserfahrung als Zugangsqualifikation für einen fachgebundenen Studiengang. 

Für Anlagenmechaniker bieten sich hier Studiengänge wie Versorgungstechnik, Gebäudetechnik sowie Energie- und Umwelttechnik. Ein entsprechender Abschluss führt meist zu Führungspositionen in Industrie oder Planung.

Geprüfter Technischer Fachwirt (IHK)

Der Geprüfte Technische Fachwirt ist eine bundesweit anerkannte IHK-Aufstiegsfortbildung mit dem gleichen Bildungsniveau wie ein akademischer Bachelorabschluss an einer Hochschule. Sie kombiniert technische Fachkenntnisse mit betriebswirtschaftlichem Know-how. Absolventen besetzen Schnittstellenpositionen zwischen Technik und Management, etwa in Projektkoordination, technischer Vertriebssteuerung oder Produktionsplanung.

Geprüfter Betriebswirt (HWK oder IHK)

Dabei handelt es sich um die höchste kaufmännische Aufstiegsfortbildung im beruflichen Bildungssystem, gleichzusetzen mit einem akademischen Master. Die Weiterbildung baut in der Regel auf einem Meister-, Fachwirt- oder vergleichbaren Abschluss auf und qualifiziert für strategische Unternehmensführung, Controlling, Personalmanagement und betriebliche Entwicklung. 

Geprüfter Energieberater (HWK)

Der Geprüfte Energieberater (HWK) ist eine berufliche Zusatzqualifikation im Handwerk, die Fachkräfte befähigt, Gebäude energetisch zu bewerten und Sanierungskonzepte zu erstellen. Die Fortbildung wird über die Handwerkskammern angeboten und richtet sich häufig an Meister, Techniker oder erfahrene Gesellen aus dem Bau- oder SHK-Bereich.

Die Weiterbildung dauert je nach Modell mehrere Monate, meist 150 bis 300 Unterrichtsstunden, und endet mit einer Prüfung vor der HWK.

 
 

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