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SHK Ausbildung: Dauer, Gehalt und Betriebe in der Nähe

SHK Ausbildung: Dauer, Gehalt und Betriebe in der Nähe

Handwerk hat goldenen Boden. Dieser Spruch aus dem Volksmund scheint heute aktueller denn je. Gerade im Bereich Sanitär, Heizung und Klima werden Auszubildende händeringend gesucht. Wer hier eine Berufsausbildung absolviert, hat die Perspektive auf einen sicheren Arbeitsplatz mit einem spannenden Berufsalltag und einer dynamischen Gehaltsentwicklung.

Zukunftssicher, vielseitig, gefragt

Laut Schätzungen des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZSHK) fehlen hierzulande rund 60.000 Heizungsinstallateure. Durch den demografischen Wandel sowie den Ausbau erneuerbarer Heizsysteme wird der Bedarf auch in Zukunft weiter steigen. Wer eine Ausbildung in diesem Bereich absolviert, muss sich um einen gesicherten Arbeitsplatz also keine Sorgen machen. Gleichzeitig bietet der Mangel an Fachkräften die Aussicht auf attraktive Gehälter. 

Auch darüber hinaus hat die Ausbildung zum Anlagenmechaniker:in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, wie sie offiziell heißt, einiges zu bieten. So arbeiten SHK-Fachkräfte in sehr unterschiedlichen Bereichen. Sie planen und montieren Bäder, nehmen komplexe Heizsysteme in Betrieb oder installieren Lüftungs- und Klimaanlagen. Der Einsatzbereich reicht dabei vom Einfamilienhaus bis hin zur industriellen Großanlage. 

Zudem bieten sich zahlreiche Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten wie etwa zum Meister, Techniker oder Energieberater. Wer sein eigener Chef sein möchte, hat außerdem die Möglichkeit, einen Betrieb zu gründen und sich als Meister selbstständig zu machen.

Dauer, Verkürzung und Ablauf

Die Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik dauert in der Regel 3,5 Jahre und erfolgt im dualen System. Das bedeutet, dass sich praktisches Arbeiten im Ausbildungsbetrieb und Unterricht in der Berufsschule abwechseln. Während im Unterricht die theoretischen Grundlagen vermittelt werden, lernen Auszubildende im Betrieb von erfahrenen Fachkräften. 

Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich die Ausbildung zum Anlagenmechaniker um 6 bis 12 Monate verkürzen. Das gilt für Azubis, die sich durch gute Schulabschlüsse wie eine mittlere Reife, Fachabitur, Abitur oder sonstige überdurchschnittliche Leistungen hervortun. Den Antrag stellen Auszubildende gemeinsam mit ihrem Betrieb bei der IHK oder der Handwerkskammer. Diese entscheiden dann, ob und in welchem Umfang die SHK-Ausbildung verkürzt wird.

Gehalt während der SHK-Ausbildung

Die Höhe des Gehalts während der Ausbildung steigt mit den Lehrjahren. Im ersten Lehrjahr liegt das Gehalt üblicherweise zwischen 700 und 1.000 Euro. Im zweiten Lehrjahr steigt es auf 800 bis 1.100 Euro. In Jahr drei und vier der Ausbildung beläuft sich der Lohn jeweils auf 1.000 bis 1.150 Euro und 1.050 bis 1.200 Euro. 

Ausbildungsjahr Durchschnittliches Gehalt
Lehrjahr 1 ca. 700 bis 1.000 Euro
Lehrjahr 2 ca. 800 bis 1.100 Euro
Lehrjahr 3 ca. 1.000 bis 1.150 Euro
Lehrjahr 4 ca. 1.050 bis 1.200 Euro

Bei den genannten Gehältern handelt es sich um Richtwerte. Neben dem Ausbildungsjahr spielen weitere Faktoren eine Rolle wie die Größe des Betriebs sowie die Region, in der er sich befindet. Entscheidend ist außerdem, ob der Betrieb Mitglied in einem Arbeitgeberverband ist. Dann nämlich gilt der von der Gewerkschaft ausgehandelte Tarifvertrag. In diesem Fall ist das Gehalt meist höher als bei Ausbildungsbetrieben, die nicht tarifgebunden sind. 

Ausbildungsbetriebe in der Nähe finden

Ist die Entscheidung für eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker gefallen, gilt es als nächstes, einen passenden Ausbildungsbetrieb zu finden. Eine gute Anlaufstelle sind Online-Jobbörsen wie die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit oder das Lehrstellenradar der Handwerkskammern. Darüber hinaus lohnt es sich, aktiv auf Betriebe in der Umgebung zuzugehen. Eine kurze Initiativbewerbung per E-Mail oder ein persönlicher Besuch können einen positiven Eindruck hinterlassen. Über unsere Umkreissuche finden zukünftige Azubis ELCO zertifizierte Fachbetriebe in der Nähe. Viele der aufgeführten SHK-Fachpartner veröffentlichen offene Ausbildungsstellen auch direkt auf ihrer Website. 

Karrierestufen

Nach erfolgreichem Abschluss der SHK-Ausbildung gelten Fachkräfte als Gesellen. Von nun an bieten sich zahlreiche weitere Karriereschritte. Eine Möglichkeit ist die Weiterbildung zum SHK-Meister oder zum staatlich geprüften Techniker. Damit qualifizieren sich Anlagenmechaniker für Führungsaufgaben, die Leitung von Baustellen, die Gründung eines eigenen Betriebs und dürfen von nun an auch selbst ausbilden. 


Darüber hinaus gibt es spezialisierte Fortbildungen, etwa in den Bereichen Kältetechnik, Gebäudetechnik oder Energieberatung. Eine Spezialisierung, die gerade in den letzten Jahren rasant an Bedeutung gewonnen hat, sind Handwerksleistungen rund um Wärmepumpen. Dafür erforderliche Qualifikationen wie der Kälteschein oder der VDI 4645 Fachkundenachweis lassen sich im Rahmen eines mehrtägigen Lehrgangs auf eine SHK-Ausbildung aufsetzen.

Meister und Selbstständigkeit

Für viele ist auch die Selbstständigkeit eine attraktive Option. Mit dem Meistertitel kann ein eigener SHK-Betrieb gegründet oder ein bestehender Betrieb übernommen werden. Alternativ bieten größere Unternehmen Aufstiegsmöglichkeiten in Projektleitung, Betriebsleitung oder Vertrieb. 

Die Meisterausbildung lässt sich in Voll- und Teilzeit absolvieren. In Vollzeit an einer Meisterschule dauert die Vorbereitung in der Regel etwa 4 bis 12 Monate, je nach Anbieter und Unterrichtsintensität. In Teilzeit, etwa berufsbegleitend am Abend oder am Wochenende, erstreckt sich die Meisterausbildung meist über 18 bis 36 Monate.

Voraussetzung für eine SHK-Ausbildung

Rein rechtlich gesehen schreibt die Ausbildung zum Heizungsbauer keinen bestimmten Bildungsgrad vor. In der Praxis jedoch stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit einem Real- oder Hauptschulabschluss ein. 

Viel wichtiger als die formale Schulbildung jedoch sind technisches Interesse, handwerkliches Geschick und Zuverlässigkeit. Hier eine Übersicht der wichtigsten Voraussetzungen:

  • Technisches Interesse: Wer in der Schule Spaß an Physik und Mathematik hatte, verfügt über gute Voraussetzungen. So handelt es sich dabei um Kenntnisse, die auch beim Berechnen von Rohrlängen, Druckverhältnissen oder der Heizlast erforderlich sind.
  • Körperliche Fitness: Die Arbeit auf Baustellen ist oft körperlich anstrengend, weshalb eine gewisse körperliche Belastbarkeit zu den Grundvoraussetzungen für eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker gehört. Zudem kann es vorkommen, dass Heizungsinstallateure Arbeiten am Dach durchführen müssen, etwa für Schornstein- und Abgasführungen oder PV-Anlagen. Wer nach seiner SHK-Ausbildung diesen Tätigkeitsbereich anstrebt, sollte demnach schwindelfrei sein.
  • Kundenfreundlichkeit: Heizungsinstallateure stehen häufig im direkten Kontakt mit Kunden. Sie beraten Kunden zu Modernisierungsmaßnahmen oder weisen sie in ihre neue Heizungsanlage ein. Fähigkeiten im Umgang mit Kunden sind als Anlagenmechaniker somit ebenfalls eine wichtige Voraussetzung. 
  • Teamfähigkeit: Nicht nur der Umgang mit Kunden, sondern auch die Zusammenarbeit mit Teamkollegen spielen im SHK-Handwerk eine wichtige Rolle. In der Praxis arbeiten Monteure fast immer im Team, etwa bei der Installation kompletter Heizungsanlagen, beim Badumbau oder auf größeren Baustellen.
 
 

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