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Bioheizöl: Alles zu Pflicht, Kosten und Biotreppe

Bioheizöl: Alles zu Pflicht, Kosten und Biotreppe

Klassisches Heizöl besteht nahezu vollständig aus Erdöl. Im Gegensatz dazu wird Bioheizöl ein bestimmter Anteil an erneuerbaren Rohstoffen beigemischt. Dabei kann es sich um Biodiesel, Rapsöl oder andere regenerative, flüssige Brennstoffe handeln. Gerade im Zuge der erneuten Reform des Heizungsgesetzes gewinnt Bioöl als Brennstoff für Ölheizungen wieder zunehmend an Bedeutung. Warum das so ist, welche Rolle die sogenannte Biotreppe dabei spielt und was Bioheizöl kostet, erklärt der folgende Beitrag.

 

Was ist Bioheizöl?

Bei klassischem Heizöl handelt es sich um einen fossilen Brennstoff, der aus Erdöl gewonnen wird. Dabei wird das Erdöl erhitzt, wobei sich je nach Siedepunkt verschiedene Bestandteile herauslösen. Dazu zählt neben Gasen, Benzin und Diesel eben auch schwefelarmes Heizöl. Letzteres kommt vor allem als Brennstoff für Ölheizungen zum Einsatz. Es erhält den Zusatz „EL“ für Extra Leicht, was die Zähflüssigkeit des Öls beschreibt. Am anderen Ende des Spektrums steht Heizöl S (schwer), das bei einem deutlich höheren Siedepunkt herausgelöst wird und in Industrie, Großkraftwerken und der Schifffahrt zum Einsatz kommt.

Doch worin unterscheidet sich klassisches Heizöl von Bioheizöl? Im Kern besteht Bioöl ebenfalls aus Erdöl. Was es unterscheidet, ist, dass dem Öl ein bestimmter Anteil an regenerativen, flüssigen Brennstoffen beigemischt wird, zum Beispiel aus Pflanzen gewonnenes Rapsöl. 

Der regenerative Anteil kann dabei unterschiedlich ausfallen, muss aber bei mindestens 3 Prozent liegen, um den Brennstoff als Bioheizöl bezeichnen zu dürfen. Bei einem Bio-Anteil von 3 bis 5,9 Prozent spricht man von Heizöl EL A Bio 5, wobei das „A“ für „alternativ“ steht. Ein Heizöl mit der Bezeichnung Heizöl EL A Bio 10 hingegen steht für einen höheren Anteil biogener Stoffe von bis zu 11 Prozent.

 

Heizungsgesetz: Heizen mit Bioöl bald Pflicht

Besondere Bedeutung kommt Bioheizöl im Zuge der erneuten Reform des Heizungsgesetzes zu. So plant die Bundesregierung eine Ablösung des aktuell geltenden Gebäudeenergiegesetzes (GEG) durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Derzeit handelt es sich noch um einen Entwurf*, der jedoch schon Ende 2026 in Kraft treten soll. Hier informieren wir regelmäßig zu den neuesten Entwicklungen rund um das neue GModG

Wesentlicher Bestandteil des neuen Gesetzesentwurfs ist die sogenannte Biotreppe. Demnach müssen Besitzer neu eingebauter Öl- und Gasheizungen künftig Brennstoffe mit einem wachsenden Bio-Anteil beziehen. Im Fall einer Ölheizung besteht also die Pflicht, Heizöl mit einem bestimmten Bioanteil zu nutzen. 

Ab dem 1. Januar 2029 beträgt der gesetzlich vorgeschriebene Bio-Anteil zunächst 10 Prozent. 2030 soll die Quote auf 15 Prozent steigen, 2035 dann auf 30 Prozent und 2040 auf 60 Prozent. Damit ersetzt die Biotreppe die 65-Prozent-Erneuerbare-Energien-Regel des GEG. 

Wichtig: Die Biotreppe gilt für Gas- und Ölheizungen, die nach Inkrafttreten des neuen GModG eingebaut werden. Für alle Geräte mit einem früheren Installationsdatum gilt der Bestandsschutz.

Wie funktioniert das Heizen mit Bioheizöl?

Bei der Installation einer neuen Ölheizung muss eine fachkundige Person im Rahmen einer Unternehmererklärung bestätigen, dass die Anlage technisch in der Lage ist, Bioheizöl effizient zu verbrennen.

Als Nachweis darüber, dass Eigentümer den vorgeschriebenen Bio-Anteil erfüllen, dient der Lieferschein des Heizöllieferanten. Letzterer ist verpflichtet, den Bioanteil in Volumenprozent anzugeben.

Gut zu wissen: Da Bio-Heizöl eine Mischung aus normalem Heizöl und einem Bioanteil ist, lässt es sich ohne Probleme mit dem verbliebenen Tankinhalt mischen. Eigentümer müssen ihren Tank vor der ersten Lieferung Bioheizöl somit nicht leeren.

 

Grünheizölquote nimmt Heizöllieferanten in die Pflicht

Ein weiterer Bestandteil der Reform des Heizungsgesetzes* ist die Grünheizölquote, besser bekannt auch als Grüngasquote. Während die Biotreppe auf der Ebene des Verbrauchers greift, nimmt die Grüngasquote Brennstofflieferanten in die Pflicht. So verpflichtet sie Öl- und Gasversorger, einen Mindestanteil an grünen Brennstoffen beizumischen. Diese Quote soll ab 2028 zunächst bei weniger als 1 Prozent liegen und wird auf die Biotreppe angerechnet. 

Was kostet Bioheizöl?

Die Frage nach der Preisentwicklung von Bioöl lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten. Hier spielen mehrere Einflussfaktoren eine Rolle: 

  • Aufpreis gegenüber normalem Heizöl: Bioheizöl ist grundsätzlich teurer als herkömmliches schwefelarmes Heizöl, derzeit etwa 5 bis 15 Prozent. Es ist also davon auszugehen, dass der durch die Biotreppe vorgeschriebene Bio-Anteil den Heizölpreis künftig erhöht.  
  • CO2-Steuer: Die CO2-Steuer ist ein staatlicher Aufschlag auf fossile Brennstoffe wie Heizöl, Gas und Benzin. Sie fällt somit lediglich für den fossilen Anteil des Bioheizöls an. Da dieser zunächst den Großteil ausmacht, besteht hier jedoch ein wesentlicher Preistreiber. 2026 und 2027 gilt der politisch festgelegte Preiskorridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2. 2028 entfällt dieser Deckel und die Preisbildung erfolgt im europäischen Emissionshandel. Ab dann bestimmt der Markt den Preis, was zu einer dynamischen Preisentwicklung führen kann. 
  • Grundpreis: Den größten Anteil am Endpreis macht weiterhin der reine Produktpreis aus, der in erster Linie vom Weltmarkt abhängt. Ereignisse wie die Sperrung der Straße von Hormus haben erhebliche Auswirkungen auf den Preis, weshalb Prognosen hier stark vom Weltgeschehen abhängen.

Insgesamt unterliegt der Preis für Bioheizöl wie der Ölpreis allgemein einer Vielzahl an externen Faktoren. Das macht Zukunftsprognosen schwierig. Eine Möglichkeit, sich unabhängiger zu machen, bieten Öl-Hybridheizungen, die Öl mit einem weiteren, regenerativen Wärmeerzeuger kombinieren. In aller Regel handelt es sich dabei um eine Wärmepumpe.

Ein Vorteil von Heizöl gegenüber Gas besteht darin, dass Eigentümer den Einkauf planen können. Wer seinen Tank zu einem günstigen Zeitpunkt auffüllt, profitiert die gesamte Tankfüllung von vergleichsweise günstigen Heizölpreisen.

 

* Hinweis: Beim Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) handelt es sich derzeit um einen Gesetzentwurf. Inhalte, Fristen und Quoten können sich im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens ändern. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr und entsprechen dem Stand der Veröffentlichung. Hier informieren wir Sie laufend zum aktuellen Stand des GModG

 

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