AEROTOP® SPK
Luft-Wasser Wärmepumpe mit Kältemittel R290 (Propan)
Leistung 2,3 kW bis 20 kW
Geht es um den Einsatz von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden, hält sich ein hartnäckiger Mythos: Wärmepumpen im Altbau lohnen sich nicht. Tatsächlich jedoch bieten Wärmepumpen auch in älteren Gebäuden eine sowohl nachhaltige als auch wirtschaftliche Heizlösung. Zu diesem Ergebnis kommen verschiedene unabhängige Studien. Die folgenden Abschnitte klären darüber auf, was es bei der Installation von Wärmepumpen im Gebäudebestand zu beachten gilt, mit welchen Kosten Eigentümer rechnen müssen und welche Rolle Fußbodenheizung und Gebäudedämmung dabei spielen.
Inhalt der Seite
Funktionsweise von Wärmepumpen
Ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll?
Der energetische Zustand des Gebäudes ist entscheidend
Wärmepumpe im Altbau ohne Fußbodenheizung?
Wärmepumpe im Altbau auch ohne Fußbodenheizung und Dämmung?
Hochtemperatur-Wärmepumpe als Alternative
Was kostet eine Wärmepumpe im Altbau?
Aus dem ihnen zugeführten Strom erzeugen Wärmepumpen ein Vielfaches an Wärme. So gewinnen sie aus einer Kilowattstunde Strom drei bis vier Kilowattstunden Wärmeenergie. Anders als klassische Öl- und Gasheizungen, die einen Wirkungsgrad von höchstens 100 Prozent erzielen, erreichen Wärmepumpen somit einen Wirkungsgrad von 300 bis 500 Prozent. Möglich ist das, indem sie Umgebungswärme aus der Luft, dem Boden oder dem Grundwasser entziehen und durch Verdichtung auf ein höheres Temperaturniveau bringen.
Geht es darum, zu bewerten, ob sich das Heizen mit Umweltwärme im Altbau lohnt, gilt immer auch der Vergleich mit alternativen Heizlösungen. So handelt es sich bei der Wärmepumpe um eine sehr effiziente Technologie. Das ändert sich auch in Bestandsgebäuden grundsätzlich nicht.
Die kurze Antwort lautet: Ja. Das belegen auch unterschiedliche Forschungsergebnisse wie eine breit angelegte Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE).
Dabei hat das Forschungsinstitut 56 Wärmepumpenheizungen in Bestandsgebäuden untersucht. Das Alter der Gebäude lag dabei zwischen 15 und 170 Jahren. Das Ergebnis: Über den Studienzeitraum von 5 Jahren lag die CO2-Einsparung der untersuchten Wärmepumpen je nach Haushalt zwischen 27 und 61 Prozent gegenüber einer Gas-Brennwertheizung. Die analysierten Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten eine Jahresarbeitszahl (JAZ) zwischen 2,5 und 3,8. Demnach waren sie dazu in der Lage, aus einer Kilowattstunde Strom das zweieinhalb bis fast Vierfache an Wärme im Durchschnitt eines Kalenderjahres zu erzeugen. Als noch effizienter erwiesen sich die untersuchten Erdwärmepumpen, die eine JAZ zwischen 3,3 und 4,1 erzielten. Eine vollständige Zusammenfassung der Studienergebnisse liefert die Pressemitteilung des Fraunhofer ISE.
Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass eine Wärmepumpe im Altbau durchaus Sinn machen kann. So fasst es auch der Koordinator des Feldtests Dr. Marek Miara zusammen: ,,Das Alter des Gebäudes ist nach den im Projekt erhobenen Daten nicht relevant. Auch ein Umstieg auf Flächenheizsysteme ist nicht zwangsläufig erforderlich, da die Ergebnisse zeigen, dass auch Heizkörper mit vergleichsweise geringen Temperaturen betrieben wurden.” Gerade unter der Berücksichtigung, dass die Ergebnisse der Untersuchung bereits mehr als 5 Jahre zurückliegen und sich die Wärmepumpentechnologie seitdem deutlich weiterentwickelt hat, besitzt diese Aussage heute wohl noch mehr Gültigkeit als damals.
Das Baujahr eines Gebäudes spielt demnach keine Rolle, wenn es darum geht, ob sich eine Wärmepumpe lohnt oder nicht. Umgekehrt bedeutet das jedoch nicht, dass sich jede unsanierte Altbauhülle für eine Wärmepumpe eignet. Denn durchaus entscheidend für die Effizienz einer Wärmepumpenheizung ist der energetische Zustand der Immobilie. Selbst wenn sich eine Wärmepumpe als effizienteste Heizung gegenüber anderen Heizungsarten für eine konkrete Immobilie erweist, stellt sich auch immer noch die Frage nach dem Optimum. Also unter welchen Bedingungen arbeitet eine Wärmepumpe maximal effizient? Das gilt sowohl für die Installation einer Wärmepumpe im Altbau als auch im Neubau.
Wärmepumpen arbeiten besonders effizient bei niedrigen Vorlauftemperaturen. Dabei handelt es sich um die Temperatur des Heizungswassers, bevor es über Rohrleitungen zu den Wärmeverteilern in Form von Heizkörpern und Fußbodenheizung abgegeben wird. In einem schlecht gedämmten Altbau mit zu kleinen Heizkörpern reicht die vorhandene Fläche womöglich nicht aus, um den erhöhten Wärmebedarf bei niedrigen Vorlauftemperaturen zu decken. Demnach muss die Temperatur steigen, um denselben Raum zu beheizen. Ist das der Fall, steigt der Stromverbrauch der Wärmepumpe und die Effizienz nimmt ab.
Geht es um die optimalen Voraussetzungen für Wärmepumpen, lassen sich demnach folgende Punkte zusammenfassen:
Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen zwischen 35 und 45 °C. Grundsätzlich gilt: Je größer die Fläche, desto niedriger die Vorlauftemperatur, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Deshalb werden Wärmepumpen in Neubauten zumeist mit einer Fußbodenheizung kombiniert.
Heizkörper in Altbauten sind oft für hohe Vorlauftemperaturen von 70 bis 90 °C ausgelegt. Doch das muss nicht sein: So gibt es auch Heizkörper, deren Fläche durchaus ausreicht, um eine Wärmepumpe effizient zu betreiben. Nicht immer ist es erforderlich, auf eine Fußbodenheizung umzurüsten. Teilweise reicht es auch aus, einzelne Heizkörper in Räumen mit einem hohen Wärmebedarf durch größere Modelle auszutauschen. Hier erfahren Sie, was es bei der Kombination von Wärmepumpen mit Heizkörpern zu beachten gilt.
Nichtsdestotrotz gilt: Auch ohne die genannten Voraussetzungen kann sich eine Wärmepumpe im Altbau lohnen, wie der Feldtest des Fraunhofer ISE zeigt. Die oben genannten Faktoren erhöhen jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass eine Wärmepumpe maximal effizient arbeitet. Je weniger der genannten Voraussetzungen erfüllt sind, desto wichtiger ist eine sorgfältige Planung und Vorab-Analyse. Eine zentrale Rolle spielt dabei die individuelle Heizlastberechnung. Sie gibt Aufschluss darüber, wie viel Wärme ein Gebäude tatsächlich benötigt und ob dieser Bedarf mit einer Wärmepumpe wirtschaftlich gedeckt werden kann.
Hochtemperatur-Wärmepumpen (HT-Wärmepumpen) sind Wärmepumpen, die Vorlauftemperaturen von bis zu 80 °C erreichen. Im Gegensatz dazu haben Standard-Wärmepumpen meist ein Limit von 55 °C. Hochtemperatur-Wärmepumpen ermöglichen es somit, auf eine Wärmepumpe zu wechseln ohne umfassende Maßnahmen wie das Nachrüsten einer Fußbodenheizung oder zusätzliche Dämmung.
Dafür sind Hochtemperatur-Wärmepumpen deutlich weniger effizient und verbrauchen deutlich mehr Strom als normale Modelle. Eine Heizlastberechnung ist unverzichtbar, um herauszufinden, ob der Betrieb wirtschaftlich sinnvoll ist.
Insgesamt liegen die Kosten für eine Wärmepumpe inklusive Montage bei rund 41.000 Euro. Die folgende Tabelle liefert grobe Orientierungswerte:
| Posten | Preis (€) |
| Anschaffungskosten (Premium-)Wärmepumpe | 22.000 |
| Installation & Montage inkl. Sockel und Elektro-Installation | 15.000 |
| Hydraulischer Abgleich | 1.500 |
| Demontage & Entsorgung alte Heizung | 1.500 |
| Sonstige Kosten (Genehmigungen, Planung) | 1.500 |
| Gesamtkosten | 41.500 |
Je nach Wärmepumpenart können die Kosten höher ausfallen. So erfordert die Installation einer Sole-Wasser-Wärmepumpe Erdarbeiten wie eine Brunnenbohrung, was zu weiteren Aufwendungen führt.
Vorteil beim Umrüsten auf eine Wärmepumpe im Altbau sind die derzeit attraktiven staatlichen Förderungen. Für den Wechsel von einem fossilen Brennstoff wie Öl oder Gas auf eine Wärmepumpe erhalten Eigentümer aktuell Zuschüsse von bis zu 70 Prozent. Die Höchstgrenze der förderfähigen Investitionssumme liegt bei 30.000 Euro. Demnach sind für den Wechsel auf eine Wärmepumpe staatliche Förderungen von bis zu 21.000 Euro möglich (70% Fördersatz auf maximal 30.000 Euro Investitionskosten).
Hybridheizungen als Kompromiss
Eine Hybrid-Wärmepumpe vereint eine Wärmepumpe mit einer weiteren Heizungsart wie einer Öl-, Gas- oder Pelletheizung. Ziel ist es, zwei Heizungsarten miteinander zu kombinieren, die die Schwäche der jeweils anderen Heizungsart ausgleichen. Das kann gerade bei einer Wärmepumpe im Altbau sinnvoll sein.
Während die meiste Zeit des Jahres die Wärmepumpe Warmwasser und Raumwärme bereitstellt, springt die Zusatzheizung dann ein, wenn die Effizienz der Wärmepumpe abnimmt. Das kann im Altbau beispielsweise an sehr kalten Wintertagen der Fall sein. Bei einer steigenden Differenz zwischen der gewünschten Raumtemperatur und der Außentemperatur muss die Wärmepumpe mit höheren Vorlauftemperaturen arbeiten, um den Heizbedarf zu decken. Ab dem Zeitpunkt, an dem die Wärmepumpe an ihre technische oder wirtschaftliche Grenze stößt, springt der ergänzende Teil der Hybridheizung ein. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Gasheizung handeln, die bei hohen Vorlauftemperaturen deutlich weniger an Effizienz verliert.
Welche Heizlösung die beste ist, hängt immer von den örtlichen Gegebenheiten sowie dem Zustand der Immobilie ab. Eine Technologie, die sich vor allem in Altbauten bewährt hat, ist die Hochtemperatur-Wärmepumpe.
Anders als herkömmliche Wärmepumpen erreichen Hochtemperatur-Wärmepumpen hohen Vorlauftemperaturen von über 60 °C. Damit kann der Wechsel von einer Öl- oder Gasheizung auf eine Wärmepumpe erfolgen, ohne dass bestehende Heizkörper durch eine Fußbodenheizung ersetzt werden müssen. Das gilt auch in Gebäuden mit geringer Dämmung.
Während herkömmliche Wärmepumpen Vorlauftemperaturen von 35 bis 55 °C erreichen, kommen Hochtemperatur-Wärmepumpen auf Vorlauftemperaturen von über 60 °C. Möglich macht das ein spezielles System, bei dem oft zwei Kältekreise hintereinander geschaltet und optimierte Verdichter verwendet werden. Damit sind Hochtemperatur-Wärmepumpen gerade in Altbauten von Vorteil, da hier aufgrund schwacher Dämmung und einer fehlenden Flächenheizung üblicherweise hohe Vorlauftemperaturen erforderlich sind.
Mit Einbau liegen die Kosten für eine Wärmepumpe im Altbau bei rund 40.000 Euro. Hinzu kommen Kosten für die Entsorgung der Altanlage, die bei rund 1.500 Euro liegen.
Fußbodenheizung nachrüsten: Möglichkeiten von Fräsen bis Trockensystem
In mehr als der Hälfte aller Neubauten setzen Eigentümer heute auf Fußbodenheizungen. Sie überzeugen durch eine angenehme Wärmeverteilung, einen hohen Komfort und arbeiten gerade in Kombination mit Wärmepumpen meist effizienter als klassische Heizkörper. Das sind die Gründe, warum sich auch Eigentümer in Altbauten immer häufiger dazu entscheiden, eine Fußbodenheizung nachzurüsten. Während das vor einigen Jahren noch mit hohem Aufwand und Kosten verbunden war, gibt es heute deutlich einfachere Lösungen. Welche das sind, fassen wir im Folgenden zusammen.
Gussheizkörper für Wärmepumpen: Kann das funktionieren?
Wärmepumpen gelten als die Heiztechnik der Zukunft. Sie überzeugen durch Nachhaltigkeit, Effizienz und attraktive staatliche Förderungen. Doch wer in einem Altbau wohnt, steht oft vor einer entscheidenden Frage: Lassen sich die vorhandenen Gussheizkörper weiternutzen, oder muss die gesamte Heizungsanlage erneuert werden? Die gute Nachricht: Grundsätzlich lassen sich Wärmepumpen auch mit Gussheizkörpern effizient betreiben. Es kommt jedoch auf die richtigen Voraussetzungen an. Der folgende Artikel erklärt, was es zu beachten gilt und wann die Kombination aus Wärmepumpe und Gussheizkörpern Sinn macht.
VDI 4645 für Wärmepumpen: Inhalt, Pflicht und Schulung
Die VDI 4645 ist eine wichtige Richtlinie des Vereins Deutscher Ingenieure. Ziel der Richtlinie ist es, einen effizienten, sicheren und störungsfreien Betrieb von Wärmepumpen zu gewährleisten. So können bereits kleine Ungenauigkeiten wie eine falsch eingestellte Vorlauftemperatur die Effizienz der gesamten Heizungsanlage deutlich reduzieren.
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