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Wärmepumpe: Wann sie sich lohnt, Kosten und Förderung

Wärmepumpe: Wann sie sich lohnt, Kosten und Förderung

Im Jahr 2025 war rund jede zweite verkaufte Heizung in Deutschland eine Wärmepumpe. Sie nutzt Umweltwärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser und bringt diese mithilfe von Strom auf ein höheres Temperaturniveau. Dadurch lassen sich die Heizkosten gegenüber Gas- und Ölheizungen in vielen Gebäuden reduzieren. Doch nicht jedes Gebäude bietet dieselben Voraussetzungen. Für wen sich eine Wärmepumpe lohnt, was sie kostet, welche staatlichen Zuschüsse es aktuell gibt und alle weiteren wichtigen Aspekte haben wir in diesem Beitrag zusammengefasst.

 
 

Was ist eine Wärmepumpe?

Anders als in Öl-, Pellet- und Gasheizungen findet in der Wärmepumpe keine Verbrennung statt. So handelt es sich hierbei um einen elektrisch angetriebenen Wärmeerzeuger. Die Wärmepumpe entzieht der Umgebung Energie und überträgt sie auf das Heizsystem eines Gebäudes. Dabei stammt die Umweltenergie entweder aus der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser.

Das Prinzip lässt sich mit einem Kühlschrank vergleichen. Ein Kühlschrank entzieht seinem Innenraum Wärme und gibt sie über die Rückseite an den Raum ab. Eine Wärmepumpe nutzt denselben physikalischen Prozess in umgekehrter Richtung: Sie nimmt Wärme außerhalb des Hauses auf und gibt sie auf einem höheren Temperaturniveau an Heizung und Warmwasser ab.

Der vergleichsweise hohe Wirkungsgrad von Wärmepumpen entsteht dadurch, dass sie aus einer Kilowattstunde Strom ein Vielfaches an Kilowattstunden Wärme gewinnen. Ausgedrückt wird dieses Verhältnis durch die Jahresarbeitszahl (JAZ). Erreicht eine Wärmepumpe beispielsweise eine JAZ von 4, erzeugt sie im Jahresmittel aus einer Kilowattstunde Strom vier Kilowattstunden nutzbare Wärme.

Funktionsweise in fünf Schritten

Herzstück der Wärmepumpe ist ein geschlossener Kältemittelkreislauf. Anhand dieses Kreislaufs lässt sich die Funktionsweise auf fünf Schritte herunterbrechen: 

  1. Wärme aufnehmen: Die Wärmepumpe gewinnt Wärme aus der Umgebung. Je nach System geschieht das über Außenluft, die mit einem Ventilator angesaugt wird, über Grundwasser, das durch einen Förderbrunnen zur Anlage gelangt, oder über das Erdreich, dem mithilfe von Erdsonden oder Erdkollektoren Wärme entzogen wird.

  2. Kältemittel wird gasförmig: Das Kältemittel in der Wärmepumpe hat einen sehr niedrigen Siedepunkt. Um es zum Verdampfen zu bringen, reichen die vergleichsweise niedrigen Temperaturen der Umweltquellen völlig aus. Das gilt selbst für die Restwärme in der Außenluft bei Minusgraden.

  3. Temperatur erhöhen: Das von nun an gasförmige Kältemittel gelangt anschließend zum Verdichter, auch Kompressor genannt. Dieser erhöht den Druck, wodurch die Temperatur des Kältemittels stark ansteigt. Für diesen Schritt benötigt die Wärmepumpe den größten Teil ihres elektrischen Stroms.

  4. Wärme abgeben: Im Verflüssiger beziehungsweise Kondensator überträgt das heiße Kältemittel seine Wärme mittels eines Wärmetauschers auf das Heizungswasser. Dadurch kühlt es ab und wird wieder flüssig.

  5. Druck reduzieren: Anschließend strömt das Kältemittel durch das Expansionsventil, das seinen Druck reduziert. Dadurch sinkt auch die Temperatur, sodass das Kältemittel erneut Umweltwärme aufnehmen kann. 

Anschließend beginnt der Kreislauf wieder von vorn.

 

Welche Arten von Wärmepumpen gibt es?

Je nach genutzter Umweltquelle lassen sich drei Arten von Wärmepumpen unterscheiden:

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die in Deutschland am häufigsten eingesetzte Wärmepumpenart. Sie entzieht der Außenluft Wärme und überträgt sie auf einen wassergeführten Heizkreis. 

Ihr großer Vorteil ist die einfache Erschließung. Weder Erdarbeiten noch eine Brunnenbohrung sind erforderlich. Da die Außenluft meist kälter ist als die Erde oder das Grundwasser, ist der Stromverbrauch einer Luftwärmepumpe jedoch meist höher als der von Grundwasser- und Erdwärmepumpen. 

Eine besondere Form besteht in der Luft-Luft-Wärmepumpe. Letztere gibt die Wärme nicht an einen wassergeführten Heizkreis, sondern direkt an die Raumluft ab. 

 

Sole-Wasser-Wärmepumpe

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpe nutzt das Erdreich als Energiequelle. Als Trägerflüssigkeit dient eine Sole aus Wasser und Frostschutzmittel, die die Wärme an die Erdoberfläche transportiert. Um die Wärme im Erdreich absorbieren zu können, kommen verschiedene Technologien zum Einsatz. 

Bei einem Flächenkollektor werden die Leitungen relativ nah unter der Erdoberfläche verlegt. Für klassische Erdkollektoren sind etwa 1,2 bis 1,5 Meter Tiefe typisch. Dafür wird eine entsprechend große Grundstücksfläche benötigt. 

Alternativ dazu lassen sich Erdsonden einsetzen. Sie benötigen weniger Fläche, verursachen aber höhere Erschließungskosten durch die Bohrung und erfordern eine wasserrechtliche Prüfung.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Bei einer Wasser-Wasser-Wärmepumpe dient das Grundwasser als Wärmequelle. Es wird über einen Förderbrunnen zur Wärmepumpe geleitet und nach dem Wärmeentzug über einen Schluckbrunnen wieder in den Untergrund zurückgeführt.

Grundwasser weist vergleichsweise konstante Temperaturen auf. Typisch sind ungefähr 8 bis 12 °C. Dadurch können Wasser-Wasser-Wärmepumpen sehr effizient arbeiten. Voraussetzung sind jedoch ausreichende Wassermengen, geeignete Wasserqualität und eine wasserrechtliche Genehmigung.

 

Wärmepumpentypen im Vergleich

Wärmepumpenart Wärmequelle Typische JAZ * Aufwand für die Erschließung
Luft-Wasser-Wärmepumpe Außenluft 3,0 bis 4,0 Gering
Luft-Luft-Wärmepumpe Außenluft 2,5 bis 3,5 Gering
Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Kollektor Flaches Erdreich 3,5 bis 4,5 Mittel
Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde Tiefes Erdreich 4,0 bis 5,0 Hoch
Wasser-Wasser-Wärmepumpe Grundwasser 4,0 bis 5,5 Hoch

* Die hier angebenen Werte sind als Richtwerte zu betrachten. Die tatsächlich erreichbare Jahresarbeitszahl (JAZ) hängt von unterschiedlichen Faktoren ab und kann erst im Systembetrieb ermittelt werden. Erfahren Sie dazu mehr im Abschnitt "Effizienz messen" oder im Blogartigel zur Jahresarbeitszahl.

Ausschließlich für Warmwasser: Brauchwasser-Wärmepumpen

Eine Warmwasser- oder Brauchwasser-Wärmepumpe erwärmt ausschließlich Trinkwasser. Anders als eine Wärmepumpenheizung stellt sie somit keine Raumwärme bereit, sondern dient als Alternative zu einem Warmwasserspeicher oder Durchlauferhitzer.

Meist steht die Warmwasser-Wärmepumpe im Keller des Gebäudes. Dort nutzt sie die Raumluft als Wärmequelle. Von der Funktionsweise her handelt es sich somit um eine Luftwärmepumpe, die jedoch ausschließlich Brauchwasser erwärmt. Letzteres hält sie in einem integrierten Speicher vor. 

 

¹ Energieeffizienzklasse: Spektrum A+ bis F gemäß Verordnung (EU) Nr. 812/2013); Kältemittel R290: GWP100 = 0,02 gemäß IPCC AR6

² Warmwasserbereitung: abhängig von Speichervolumen, Zapfprofil und Anlagenkonfiguration

³ Schallleitstungspegel: 48 dB(A) gemessen nach EN 12102

 

Warmwasser-Wärmepumpe als Alternative zum Durchlauferhitzer

Eine Brauchwasser-Wärmepumpe lohnt sich vor allem in Haushalten mit regelmäßigem Warmwasserbedarf. Gegenüber elektrischen Warmwasserspeichern und Durchlauferhitzern benötigt sie deutlich weniger Strom, da ein großer Teil der Wärme aus der Umgebungsluft stammt. Typische Jahresarbeitszahlen liegen etwa zwischen 2,5 und 4.

Installationsmöglichkeiten für Luft-Wasser-Wärmepumpen

 

Kosten für eine Wärmepumpe: Preise mit Einbau

Einen Großteil der Kosten macht das Gerät selbst aus. Im Einfamilienhaus kostet eine hochwertige Wärmepumpe von einem deutschen Markenhersteller rund 22.000 Euro. 

Hinzu kommen Kosten für die Planung und Installation der Anlage. Dazu zählt beispielsweise der Betonsockel für das Aufstellen der Außeneinheit bei Luftwärmepumpen. Weitere Kosten entstehen für den hydraulischen Abgleich, die Elektroinstallation und die Montage der neuen beziehungsweise Demontage der alten Anlage. Erfahrungsgemäß betragen die Zusatzkosten in Summe rund 15.000 bis 20.000 Euro. Die Gesamtkosten für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Einbau liegen demnach bei rund 37.000 bis 42.000 Euro.

Bei Sole-Wasser- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen liegen die Installations- und Erschließungskosten deutlich darüber. Im Falle einer Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde ist eine Tiefenbohrung erforderlich, die je nach Bohrtiefe weitere 9.000 bis 14.000 Euro kostet. 

Eine vollständige Übersicht aller Einflussfaktoren auf den Preis bietet unser Beitrag zu den Kosten einer Wärmepumpe. 

Staatliche Zuschüsse: Bis zu 80 Prozent Förderung

Begünstigend zu berücksichtigen, was die Kosten angeht, sind die derzeit attraktiven staatlichen Zuschüsse. Mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) wurde nicht nur das Heizungsgesetz abgelöst, sondern auch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) reformiert. 

Seit Juli 2026 gilt die neue Heizungsförderung. Demnach bezuschusst die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, den Wechsel auf eine förderfähige Wärmepumpe mit 30 Prozent. Selbstnutzende Eigentümer können abhängig von Einkommen und ausgetauschter Heizung zusätzliche Boni erhalten:

  • Grundförderung: 30 Prozent der förderfähigen Kosten.

  • Klimageschwindigkeitsbonus: Aktuell 16 Prozent für selbstnutzende Eigentümer beim Austausch bestimmter alter Heizungen. Der Bonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 alle sechs Monate um 4 Prozentpunkte und entfällt für Anträge ab dem 1. August 2028 vollständig.

  • Einkommensbonus: 10, 30 oder 40 Prozent abhängig vom zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen. Bei mindestens einem minderjährigen Kind im Haushalt verschiebt sich die Grenze für den Einkommensbonus zugunsten des Antragstellers.

Einen vollständigen Überblick über die aktuelle Heizungsförderung gibt unser Beitrag zur Bundesförderung für effiziente Gebäude.

 

Höchstgrenze und maximale Förderquote

Insgesamt ist die Wärmepumpenförderung in der Regel auf 70 Prozent der förderfähigen Kosten begrenzt. Für bestimmte selbstnutzende Eigentümer mit niedrigem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen sind bis zu 80 Prozent möglich. Bei einem Einfamilienhaus werden derzeit maximal 28.000 Euro der anfallenden Kosten berücksichtigt. Beispiel: Werden 28.000 Euro als förderfähige Kosten anerkannt und beträgt die Förderquote 70 Prozent, ergibt sich ein Zuschuss von 19.600 Euro. Bei einer Förderquote von 80 Prozent wären bis zu 22.400 Euro Förderung möglich.

Effizienz messen: JAZ, COP, SCOP

Bei Wärmepumpen tauchen verschiedene Effizienzkennzahlen auf. Entscheidend ist, sie nicht miteinander zu verwechseln.

JAZ

Die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ, beschreibt, wie effizient die installierte Wärmepumpe über ein ganzes Jahr gearbeitet hat. Dazu wird die erzeugte Wärmemenge durch den dafür benötigten Strom geteilt

JAZ = abgegebene Wärmemenge / eingesetzte Strommenge

Erzeugt eine Anlage beispielsweise 18.000 kWh Wärme und benötigt dafür 5.000 kWh Strom, beträgt ihre Jahresarbeitszahl 3,6.

Die JAZ hängt einerseits von der Leistung des Geräts ab, andererseits aber auch von den individuellen Voraussetzungen der Immobilie. Dazu zählen die benötigte Vorlauftemperatur, die Wärmequelle und die Außentemperaturen. Außerdem wirken sich Auslegung und Einstellung der Anlage sowie das Nutzerverhalten auf die JAZ aus.

COP

Auch der COP, kurz für Coefficient of Performance, beschreibt das Verhältnis von erzeugter Wärme zu eingesetztem Strom. Anders als bei der JAZ handelt es sich dabei jedoch um einen reinen Laborwert an einem festgelegten Betriebspunkt. Ein COP von 4 beispielsweise bedeutet: Unter den angegebenen Prüfbedingungen liefert die Wärmepumpe vier Kilowattstunden Wärme je Kilowattstunde eingesetztem Strom.

Der Wert lässt sich im Datenblatt des Herstellers finden. Um verschiedene Wärmepumpen miteinander zu vergleichen, sollten Eigentümer darauf achten, dass der COP unter den gleichen Prüfbedingungen gemessen wurde. 

Hersteller sind verpflichtet, diesen Prüfpunkt mit anzugeben. Ein entsprechender Zusatz lautet beispielsweise A7/W35. A steht für Air beziehungsweise Luft, 7 für eine Lufttemperatur von 7 °C. W steht für Water beziehungsweise Heizwasser, 35 für die Vorlauftemperatur des Heizwassers von 35 °C.

SCOP

Beim SCOP, kurz für Seasonal Coefficient of Performance, handelt es sich ebenfalls um einen Laborwert. Anders als der COP umfasst er jedoch nicht nur einen Prüfpunkt, sondern mehrere. Dadurch sollen die unterschiedlichen Außentemperaturen im Laufe eines Jahres simuliert werden. 

Diese einzelnen Messwerte werden gewichtet und zu einem saisonalen Durchschnittswert zusammengeführt. Deshalb ist der SCOP näher an einer ganzen Heizperiode als der COP, bleibt aber trotzdem ein normierter Laborwert und keine reale Jahresarbeitszahl.

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe lässt sich erstaunlich einfach grob abschätzen: Entscheidend ist, wie viel Wärme das Haus im Jahr benötigt und wie effizient die Anlage arbeitet. Die Formel lautet:

Stromverbrauch der Wärmepumpe = Jährlicher Wärmebedarf / Erwartete JAZ 

Benötigt ein Gebäude beispielsweise 15.000 kWh Wärme pro Jahr und erreicht die Wärmepumpe eine Jahresarbeitszahl von 3,5, ergeben sich rechnerisch rund 4.300 kWh Stromverbrauch.

Praxis-Tipp: Wer bereits weiß, wie hoch der bisherige jährliche Wärmebedarf ist, kann den zu erwartenden Stromverbrauch näherungsweise berechnen. Bei 20.000 kWh Wärmebedarf und einer voraussichtlichen JAZ von 4 wären das beispielsweise etwa 5.000 kWh Strom pro Jahr. Sinkt die JAZ auf 3, steigt der Verbrauch bei gleichem Wärmebedarf bereits auf rund 6.700 kWh. Schon daran zeigt sich, warum eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur und damit hohe JAZ so wichtig ist.

Lohnt sich ein Wärmepumpentarif?

Ein Wärmepumpentarif ist ein spezieller Stromtarif für den Betrieb der Wärmepumpe. Häufig wird der Verbrauch dafür über einen separaten Zähler erfasst. Im Gegenzug können günstigere Arbeitspreise und reduzierte Netzentgelte genutzt werden.

 

Ob sich das lohnt, hängt vor allem vom Stromverbrauch und den zusätzlichen Kosten für Zähler und Tarif ab. Kostet der zweite Zähler beispielsweise 120 Euro pro Jahr und ist der Wärmepumpenstrom 6 Cent je kWh günstiger, amortisiert sich der Zähler bei rund 2.000 kWh Jahresverbrauch. Bei größeren oder weniger effizienten Gebäuden kann sich ein eigener Wärmepumpentarif daher eher rechnen als bei sehr sparsamen Neubauten. Zusätzlich profitieren steuerbare Wärmepumpen seit 2024 von Vergünstigungen nach § 14a EnWG. Je nach gewähltem Modell ist dafür nicht zwingend ein separater Zähler notwendig. Möglich sind unter anderem eine pauschale Netzentgeltreduzierung oder bei separater Messung eine deutlich stärkere Reduzierung des Arbeitspreises.

 

Altbau, Neubau, Mehrfamilienhaus: Passt eine Wärmepumpe zu meinem Haus?

Ob sich eine Wärmepumpe für ein Gebäude eignet, hängt vor allem von der benötigten Vorlauftemperatur ab. Das ist die Temperatur, mit der das Heizungswasser durch Heizkörper oder Fußbodenheizung fließen muss, damit die Räume ausreichend warm werden. Je niedriger diese Temperatur ausfällt, desto effizienter lässt sich mit einer Wärmepumpe heizen. 

Wie hoch die notwendige Vorlauftemperatur ist, hängt unter anderem von der Heizlast des Gebäudes, dem Dämmstandard und der Größe der Heizflächen ab. Gut gedämmte Häuser mit Fußbodenheizung kommen meist mit niedrigen Temperaturen aus. Im Neubau ist eine Wärmepumpe deshalb oft eine wirtschaftliche Heizlösung und günstiger als eine Öl- oder Gasheizung.

Wärmepumpe im Altbau

Altbauten verfügen üblicherweise über einen geringeren Dämmstandard und nutzen oft Heizkörper statt einer Fußbodenheizung als Wärmeverteiler. Wohl deshalb hält sich das Gerücht hartnäckig, wonach Wärmepumpen im Altbau nicht wirtschaftlich arbeiten würden. Das ist jedoch grundlegend falsch, wie verschiedene Studien belegen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel zu Wärmepumpen im Altbau. 

Viele Altbauten lassen sich auch mit bestehenden Heizkörpern effizient per Wärmepumpe beheizen, insbesondere wenn diese großzügig dimensioniert sind. Als Orientierung gilt eine möglichst ganzjährig erforderliche Vorlauftemperatur von weniger als 55 °C. Statt eine Fußbodenheizung nachzurüsten, reicht es oft aus, einzelne Heizkörper durch größere Modelle zu ersetzen. Wichtig ist, Heizlast, Heizflächen und notwendige Systemtemperaturen vorab aufeinander abzustimmen.

Selbsttest: Ist mein Haus für eine Wärmepumpe geeignet?

Um herauszufinden, ob sich eine Immobilie für eine Wärmepumpe eignet, ist eine professionelle Heizlastberechnung durch einen Energieberater unabdingbar. 

 

Eine erste Einschätzung lässt sich bereits mit der vorhandenen Heizung vornehmen. Dazu kann die Vorlauftemperatur der bestehenden Heizung an einem kalten Tag testweise auf etwa 50 bis 55 °C begrenzt werden. Werden einzelne Räume nicht warm genug, liegt das häufig an zu kleinen Heizflächen. Das kann darauf hindeuten, dass die Heizkörper in den betroffenen Räumen bei der Umrüstung auf eine Wärmepumpe ausgetauscht werden müssen.

 

Alternativen im Altbau: Hocheffizienz- und Hybrid-Wärmepumpen

In schwieriger zu sanierenden Altbauten kann eine Hybrid-Wärmepumpe eine Alternative sein. Dabei übernimmt die Wärmepumpe den Großteil des Heizbetriebs, während beispielsweise eine bestehende Gasheizung nur bei sehr niedrigen Außentemperaturen oder besonders hohem Wärmebedarf unterstützt.

Eine weitere Möglichkeit, speziell im Altbau mit hohen Vorlauftemperaturen, bieten sogenannte Hocheffizienz-Wärmepumpen. Je nach Modell erreichen sie Vorlauftemperaturen von etwa 65 bis 75 °C. Klassische Wärmepumpen arbeiten dagegen besonders effizient bei deutlich niedrigeren Vorlauftemperaturen von etwa 30 bis 50 °C. Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe kann also helfen, wenn sich die erforderliche Systemtemperatur nicht ausreichend absenken lässt. Allerdings gilt auch hier: Je höher die Vorlauftemperatur, desto stärker sinkt in der Regel die Effizienz.

 

Wärmepumpe im Mehrfamilienhaus

Auch Mehrfamilienhäuser lassen sich grundsätzlich mit Wärmepumpen beheizen. Je nach Gebäudegröße kommt deshalb entweder eine zentrale leistungsstarke Wärmepumpe, eine Kaskade aus mehreren Geräten oder eine dezentrale Lösung für einzelne Wohnungen infrage.

Eine besondere Rolle spielt die Warmwasserbereitung. Während in einem Einfamilienhaus meist ein zentraler Speicher ausreicht, müssen in größeren Gebäuden höhere Zapfleistungen, längere Leitungswege und mögliche Zirkulationsverluste berücksichtigt werden. Dadurch können höhere Vorlauftemperaturen erforderlich werden, was sich auf die Effizienz der Anlage auswirkt.

Vor- und Nachteile von Wärmepumpen

Wärmepumpen können Gebäude effizient und ohne fossile Brennstoffe beheizen, stellen aber höhere Anforderungen an Planung und Auslegung als ein klassischer Heizkessel. Besonders wichtig ist, dass Heizleistung, Wärmequelle und Heizflächen zum Gebäude passen.

 

Vorteile

  • Hohe Effizienz möglich: Besonders bei niedrigen Vorlauftemperaturen können Wärmepumpen aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme bereitstellen. Dadurch lassen sich Heizkosten oft erheblich reduzieren. 

  • Staatliche Förderung möglich: Für den Einbau einer förderfähigen Wärmepumpe im Bestand winken attraktive staatliche Fördermittel. 

  • Keine fossilen Brennstoffe erforderlich: Für den Betrieb einer reinen Wärmepumpe werden weder Gas noch Heizöl benötigt. Je nach Strommix können bei der Stromerzeugung jedoch weiterhin fossile Energieträger wie Erdgas oder Kohle zum Einsatz kommen.

  • Heizen und Kühlen möglich: Viele Wärmepumpen können im Sommer auch zur Kühlung eingesetzt werden. Je nach System erfolgt diese aktiv oder über eine passive Kühlfunktion. Wichtig ist hier jedoch die richtige Erwartungshaltung: Die Kühlleistung ist dabei meist geringer als bei einer klassischen Klimaanlage und sollte eher als angenehme Temperierung verstanden werden.

  • Vergleichsweise geringer Wartungsaufwand: Da keine Verbrennung stattfindet, entfallen viele typische Wartungsarbeiten einer Öl- oder Gasheizung.

 

Nachteile

  • Vergleichsweise hohe Anschaffungskosten: Wärmepumpen sind in der Anschaffung und Installation häufig teurer als einfache fossile Heizsysteme. Besonders Erd- und Grundwasserwärmepumpen verursachen zusätzliche Erschließungskosten. Die Kosten relativieren sich jedoch durch die staatliche Wärmepumpenförderung. 

  • Effizienz abhängig vom Gebäude: Hohe Vorlauftemperaturen und eine hohe Heizlast können den Stromverbrauch deutlich erhöhen. Deshalb sollten Gebäude und Heizflächen vor dem Einbau geprüft werden.

  • Abhängigkeit vom Strompreis: Die laufenden Kosten werden wesentlich durch Stromverbrauch und Strompreis bestimmt. Eine schlecht geplante oder eingestellte Anlage kann entsprechend teuer im Betrieb werden.

  • Geräusche bei Luft-Wasser-Wärmepumpen: Außeneinheiten erzeugen durch Ventilator und Verdichter Schall. Der Aufstellort sollte deshalb sorgfältig geplant werden.

  • Planungsqualität besonders wichtig: Dimensionierung, Heizkurve, hydraulischer Abgleich und Heizflächen haben großen Einfluss auf die Effizienz, meist mehr als bei fossilen Heizungen.

Häufige Fragen zu Wärmepumpen

 

Ja, Wärmepumpen funktionieren auch bei Minusgraden. Selbst kalte Außenluft im Winter enthält noch genug Wärme, damit die Wärmepumpe arbeiten kann. Mit sinkender Außentemperatur nimmt die Effizienz einer Luft-Wasser-Wärmepumpe jedoch ab, sodass sie mehr Strom benötigt. Erd- und Grundwasser-Wärmepumpen sind davon weniger betroffen, weil ihre Wärmequellen im Winter konstantere Temperaturen aufweisen.

 
 

Bei einer Monoblock-Wärmepumpe befindet sich der gesamte Kältekreislauf in einem Gerät, das je nach Modell innen oder außen aufgestellt wird. Sie eignet sich häufig, wenn eine möglichst einfache Installation ohne Kältemittelleitungen zwischen Innen- und Außengerät gewünscht ist. 

Split-Wärmepumpen bestehen dagegen aus einer Außen- und einer Inneneinheit und bieten dadurch mehr Flexibilität bei der Aufstellung. Welche Variante besser passt, hängt vor allem von Platzangebot, Leitungswegen und baulichen Gegebenheiten ab.

 
 

Ja, eine Wärmepumpe kann auch mit klassischen Heizkörpern effizient arbeiten. Voraussetzung ist, dass diese groß genug dimensioniert sind und das Gebäude mit möglichst niedrigen Vorlauftemperaturen beheizt werden kann. Häufig genügt es, nur einzelne Heizkörper zu vergrößern oder gegen spezielle Niedertemperaturheizkörper auszutauschen.

 
 

Eine Wärmepumpe hält bei fachgerechter Planung und regelmäßiger Wartung häufig etwa 15 bis 25 Jahre, teilweise auch länger. Besonders beansprucht wird der Verdichter, dessen Lebensdauer stark davon abhängt, wie gut die Anlage dimensioniert ist und wie häufig sie taktet. Erdsonden und Brunnen können deutlich länger genutzt werden als die eigentliche Wärmepumpe.

 
 

Ja, sehr gut sogar. Eine Photovoltaikanlage kann einen Teil des Stroms liefern, den die Wärmepumpe benötigt, und dadurch die Stromkosten senken sowie den Eigenverbrauch erhöhen. Besonders sinnvoll ist eine intelligente Steuerung, die den Betrieb der Wärmepumpe möglichst in Zeiten hoher PV-Erzeugung verschiebt.

 
 

Das Kältemittel transportiert die Wärme innerhalb des Wärmepumpenkreislaufs und spielt eine zentrale Rolle für Effizienz und Umweltverträglichkeit. Unterschiedliche Geräte verwenden unterschiedliche Kältemittel: R32 und R744 waren in der Vergangenheit verbreitet, während R290 (Propan) in ausgewählten modernen ELCO Wärmepumpen eingesetzt wird.

R290 hat ein Global Warming Potential (GWP) von 0,02 (GWP100 = 0,02, IPCC AR6), R32 ein GWP von etwa 771 (GWP100 = 771, IPCC AR6). Beide liegen deutlich unter dem GWP von rund 2.255 für R410A (GWP100 = 2.255, IPCC AR6), einem älteren Kältemittel, das in einigen Heizsystemen noch eingesetzt wird.

R290 und R32 sind gemäß EN 378 beide als entzündbar eingestuft (R290: Sicherheitsklasse A3; R32: Sicherheitsklasse A2L). Installation, Inbetriebnahme und Wartung müssen durch qualifiziertes Fachpersonal gemäß EN 378 und den geltenden lokalen Sicherheitsvorschriften durchgeführt werden.

 

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